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Ausstellung Hakan Ödéhn 12.-16. August 2005
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„Ich male es wie do driwwe"

Die Rheinpfalz vom 16. August 2005: Der schwedische Maler Hakan Ödéhn kommt seit Jahren regelmäßig in die Pfalz - Ausstellung in Duttweiler

Auch über die Ausstellung von Hakan Ödéhn berichtete die Rheinpfalz:
„Ist immer schneller besser? Wo Geld- und Zeit-Ersparnis im Vordergrund stehen, sehe ich die Gemeinschaft schwinden. Ich glaube, da bin ich ein bisschen Dinosaurier", umreißt der schwedische Künstler Hakan Ödéhn seine Gedanken zu einigen seiner Bildern, in denen er die Weinlese von früher und den Vollerntereinsatz von heute vergleicht. Der Pfalz, den Menschen und ihren Tätigkeiten ist seine Bilderausstellung gewidmet, die nur noch heute im Dorfgemeinschaftshaus in Duttweiler zu sehen ist.
Ob bei „Byn fran vinberget" (Dorf von Weinbergen umgeben), in „Die Nusspflücker" oder im ältesten Bild der Schau, „Morgennebel steigt" von 1993, immer wird Natur im Wandel der Jahreszeiten in lichten Farben von stellenweise aquarellhafter Leichtigkeit in Öl auf Leinwand gebannt. Ödéhn hält die Grundierung in hellem Acryl, vornehmlich weiß. Der in den 60er Jahren geborene Künstler liebt besonders Rembrandt mit seinen tiefdunklen ins Helle ausgearbeiteten Werken. In weiteren Bildern auf festem, beschichteten Papier, „painting pads", lässt der Schwede wiederum seiner Begeisterung für die Impressionisten freien Lauf. In Regen und Nebel verschwimmen die Konturen, deren Gegenständlichkeit sich erst in der Ferne wieder voll erschließt. Der in Falkenberg geborene Maler, der dort an der renommierten Kunstschule studiert hat, stellte seine Werke in Schweden, aber auch schon erstmals 1995 in Deutschland, in Walldorf, aus. Seine Vorliebe gilt dabei bei aller Vielseitigkeit der seit zehn Jahren besuchten Pfalz und ihren Weinbergen.
So verbringt Ödéhn regelmäßig einige Wochen im Jahr als Erntehelfer bei den Geisslers im Weingut „Am Burggarten" in Duttweiler , wo er so heimisch ist, dass seine Schwester, die als Übersetzerin in Deutschland arbeitet, schon überrascht Pfälzer Dialekt bei ihm feststellte: „Ich male es wie do driwwe." So ist es auch nur ein kleiner Schritt zu seiner weiteren Tätigkeit als Schriftsteller. Ein Buch über die Entwicklung der Menschlichkeit ist in Arbeit, eines über Pfälzer Begebenheiten im Weingut in Planung. Denn warum sollte er den Menschen humorige Geschichten wie die vom Mann, der seinem Hund erst sein Sofa, dann sein Feinschmeckermenü abtreten muss, vorenthalten?
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